CARTE BLANCHE #7: ZWISCHEN HIER UND ZUHAUSE

Zur Feier des Jahres des Pferdes kündigt die französische Marke A.P.C. eine Zusammenarbeit mit der Fotografin Ma Hailun an. Aufgenommen in Ili, präsentiert das Projekt die Accessoires der A.P.C. Frühjahr/Sommer-Kollektion 2026. Als zugleich Besucherin und Beobachterin suchte sie nach dem Raum zwischen Erinnerung und Gegenwart und entdeckte neue Ebenen in vertrauten Landschaften und Menschen.
Das Shooting fand im Winter statt, einer Jahreszeit tiefer Stille, in der Licht und Schweigen zu den wichtigsten Wegweisern wurden. „Das Sonnenlicht ließ den Schnee glitzern, der Wind verstummte, und über Kilometer hinweg war alles weiß – nur wir waren da, begleitet vom leisen Murmeln des gefrierenden Flusses“, erinnerte sie sich. „Nichts schien sich zu bewegen, und doch wirkte unter der Oberfläche eine langsame, beständige Energie.“
In dieser stillen Umgebung entstanden intime Momente – der sichtbare Atem der Pferde, Kinder, die über schneebedeckte Felder rannten. Die Rückkehr nach Hause brachte ein neues Gefühl für Rhythmus. „Ich lernte zu warten, und in den leeren Zwischenräumen konnte ich diese sanfte, geerdete Präsenz spüren.“
4 FRAGEN AN MA HAILUN ZU IHRER A.P.C. CARTE BLANCHE
1 — Was zieht Ihren Blick an, wenn Sie nach Hause zurückkehren und beobachten?
Mich fasziniert der Zustand zwischen Erinnerung und Gegenwart. Landschaften und Menschen, die ich vollkommen zu kennen glaubte, zeigen jedes Mal neue Ausdrucksformen, wenn ich zurückblicke. Diese sich wandelnde Emotion versuche ich festzuhalten.
2 — Welche Geschichte wollten Sie mit dieser Serie erzählen?
Ich wollte eine Geschichte über den Winter in Yili erzählen – eine Jahreszeit, die wie eine große Pause wirkt. Die Graslandschaften verblassen zu stillem Weiß, und der Schnee verschluckt jedes Geräusch. An der Oberfläche scheint alles reglos, doch in dieser Ruhe fließt das Leben langsam und tief. Ich wollte diese zurückhaltende, aber kraftvolle Energie einfangen: die Disziplin und Geduld des Winters und eine Kraft, die sich still auf das Kommende vorbereitet.
3 — Da 2026 das Jahr des Pferdes ist, was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?
Ich scherze oft, dass ich selbst ein kleines Pferd bin. Für das kommende Jahr wünsche ich mir, gleichmäßiger zu laufen, schneller zu werden und ein größeres Gefühl von Freiheit zu erleben.
4 — Welcher Moment vom Shooting ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
In einem Augenblick ließ das Sonnenlicht den Schnee wie Diamanten funkeln, und der Wind legte sich vollständig. Die Welt wurde so still, dass wir hören konnten, wie der Fluss langsam zufror. Kilometerweit waren nur wir dort. Dann huschte ein kleiner Fuchs leichtfüßig über den Schnee vor uns hinweg – wie ein leises Zeichen der Natur. Dieses Winter-Shooting hat mich gelehrt zu warten, die Leere zu schätzen und in der Stille eine ruhige, geerdete Stärke zu erkennen.











